Montag, 30. März 2009

Eine Gemeinde an jedem Ort ...

Vor 3 Jahre wurden auf den Philippinen die Bewegung „Church Multiplication Coalition“ ins Leben gerufen. Weit über 100 Pastoren aus 8 Regionen planen gemeinsame (regionale) evangelistische Aktivitäten und organisieren mit Hilfe der Bibel Liga Bibelstudiengruppen. Ihr Ziel: In jedem Dorf auf den Philippinen soll eine Gemeinde entstehen. Es gibt noch viel Arbeit. 26.000 Dörfer und kleinere Städte haben noch keine christliche Gemeinde. Wir sind mit 2 Bibel Liga Mitarbeitern zu einer regionalen Konferenz in einer Provinz nördlich von Manila eingeladen. Die Vorträge sind sehr inspirierend.


Abends spielen wir auf dem Dach des Bibel Liga Büros Basketball und Tischtennis.


4 Meter hohe Zäune schützen den Ball vor einem tieferen Fall. Eine tolle Möglichkeit auch in Manila unkompliziert Sport zu treiben. Die Mitarbeiter der Bibel Liga treffen sich jeden Montag zum Sport.

Sonntag, 29. März 2009

Gemeindegründungsprojekt und Gefängnisgottesdienst

Heute sind wir im Gottesdienst einer kleinen Gemeinde in der Metropolregion Manila. Ramil, ein Mitarbeiter aus dem Bibel Liga Büro, hat inzwischen schon 5 Gemeinden gegründet. Das jüngste Projekt ist die Door of Christian Faith Church International.


Dort versammeln sich regelmäßig ca. 30 Erwachsene und 20 Kinder. Stella, eine ledige Frau stellt den Platz neben Ihrem Einraum-Haus zur Verfügung.
Wir erleben einen sehr lebendigen Gottesdienst. Fast alle Gemeindeglieder sind im Projekt Philippus integriert.

Mittags sind wir in einem Distriktgefängnis von Manila.


Das Gefängnis wurde für 800 Insassen gebaut. Derzeit sind dort aber 3.500 Straffällige inhaftiert. Im Gefängnis sind vermutlich inzwischen mehr als 150 Häftlinge Christen. Pastoren von unterschiedlichen Gemeinden halten dort regelmäßig Gottesdienst ab. Strafgefangene organisieren selber das Musikteam, Ansagen und Gebet. Wir tragen heute mit einer Kurzpredigt einen Teil dazu bei. Die Anbetungszeit ist unglaublich dynamisch. Hinter mir singen die Männer und Frauen mit vollem Herzen. Himmlisch. Nach meinem Gebetsaufruf kommen ca. 15 Männer nach vorne, um einen Neuanfang mit Jesus zu machen oder erstmalig ihr Leben Jesus anzuvertrauen. Ein sehr spezieller Gottesdienst.

Bitte betet, dass die Gefangenen mit Jesus weitergehen.

Dumagat - Stammesangehörige in den Bergen

Die Stammesangehörigen der Dumagat sind geöhnlich Nomaden, die in den Bergen umherziehen. In der Vergangenheit wurden die Kinder schon zwischen 9 und 14 Jahren verheiratet. Die Dumagat sind Selbstversorgen. Vor 3 Jahren brachte Pastor Jullian einer Dumagat-Dorfgemeinschaft erstmalig das Evangelium. Wir besuchen sie in den Bergen 2 Autostunden von Manila entfernt. Nach einem 90-minütigen Fussmarsch erreichen wir das Dorf Ballot.
Von den ca. 20 Familien sind inzwischen fast alle Erwachsenen Christen. Der Gemeindegründer Jullian und sein Bruder Raul besuchen jede Woche das Bergdorf und erklären ihnen die nächste Schritte in ihrer Jesus-Nachfolge.



Bisher haben sie 1Bibel und 1 NT. Die Kinder besuchen nicht die Schule, weil die Familien selbst geringste Gebühren nicht bezahlen können. Die Mitarbeiter von Pastor Jullian unterrichten die Kinder regelmäßig. Bald werden hoffentlich mehr Dumatat aus einer eigenen Bibel lesen.

Freitag, 27. März 2009

Junge Leiter, Prostituierte und "Squatters"

Ein voller Tag liegt hinter uns. Morgens sind wir bei einem Leitertraining. 14 junge Leiterinnen und Leiter studieren gemeinsam den Jakobusbrief. Es geht um den Zusammenhang zwischen Versuchung, Geduld und Glaube:
"Liebe Brüder, wenn in schwierigen Situationen euer Glaube geprüft wird, dann freut euch darüber.Denn wenn ihr euch darin bewährt, wächst eure Geduld." (Jakobus 1,2+3)

Die jüngste Teilnehmerin ist 8, die älsteste vermutlich knapp über 20. Alle sind voll dabei.

Dann fahren wir zu einem Gemeindegründungsprojekt neben einem ehemaligen Müllberg. Gemeinsam mit dem Gemeindegründer gehen wir von Haus zu Haus, sprechen mit den Bewohnern und geben ihnen ein Heft mit "heiligen Fragen & Antworten" (answers zu live by).


Mit jedem einzelnen können wir beten. Auch mit einer Gruppe von 5 Prostituierten.


Ich erzähle ihnen die Geschichte vom verlorenen Sohn. Sie hören aufmerksam zu. Eine von Ihnen ist 25, hat 5 Kinder und das 6. Kind ist gerade unterwegs. Bitte betet für diese jungen drogenabhängigen Frauen. Gottes Wort soll bei Ihnen Frucht bringt.

Danach sind wir bei den "Squatters". Sie leben in Wohnungen unterhalb von Brücken.


Oft leben mehr als 20 Familien auf engsten Raum. Auch mit Ihnen verbringen wir kostbare Zeit und bringen ihnen die Geschichte vom "liebevollen Vater". Wieder sind viele Mütter angerührt.



Zum Abschluss sind wir abends in einem Bibelkreis junger Erwachsener. Sie studieren im Bibel Liga Jüngerschaftskurs. Eine junge Frau will in China Missionarin werden, ein anderer war drogenabhängig und will Pastor werden, eine dritte studiert Ingenierswissenschaften, ...


Jesus and his church are the hope for this world.

Donnerstag, 26. März 2009

Nachspielzeit in Cebu - Anpfiff in Manila

Wir waren gestern noch an einer zweiten Stelle mit einem "Feeding". Direkt vor einer Bank fand ein weitere Bibelgruppe mit ca. 25 Erwachsenen und 30 Kindern statt.


Seit über 8 Jahren trifft sich dort die "Bankeingangs-Gemeinde". Fast von Anfang an ist eine ältere Frau regelmäßig dabei. Sie bringt immer wieder neue Kinder mit. Und ihren kompletten Hausstand in 2 Tüten. Sie lebt auf der Straße. Wieviele Menschen durch sie wohl schon mit dem Evangelium berührt wurden?


Heute komme ich mit knapp 2 Stunden Verspätung in Manila an. Jos, mein holländischer Kollege und Leo, ein Bibel Liga Mitarbeiter aus dem örtlichen Büro warten geduldig auf mich. Unverzüglich brechen wir dann zu einer kleinen Stadtrundfahrt auf.


Im Moloch Manila leben über 14 Mio. Menschen. Wir kommen mit dem Auto nur langsam voran.
"In den 1980er Jahren lag die Durchschnittsgeschwindigkeit in Manila bei 20 Stundenkilometer, in den späten 1990er Jahren nur noch bei acht." (Handbuch Philippinen)
Wir besuchen mehrere katholische Kirchen. Vor einer der größten herrscht geschäftiges Treiben. Direkt vor der Kirche haben sich zwischen 20 und 30 Wahrsagen, Kartenleger und Handlinienleser platziert. Ihr Angebot wird stark angenommen. Welch seltsame unheilige Allianz.



Herr, zeige den Sinnsuchenden die Quellen ewigen Lebens.

Mittwoch, 25. März 2009

Slums, Armut und Gemeinde in der Fischhalle

Heute bin ich erschöpft. Innerlich und äußerlich. Gemeinsam mit Maimai, einer Mitarbeiter von Christ for Asia, war ich an Orten des Elends und der Armut in Cebu. Die Fotos vermitteln nur unzureichend eine realistischen Eindruck. Und doch lass ich sie sprechen.




Dann aber ein Licht im tristen Alltag von verarmten Kindern. An 7 verschiedenen Plätzen macht Christ for Asia ein "Feeding" für Kinder. Wir sind in einer Fischhalle. Die Verkäufer räumen ihre Stände. Die Kinder strömen herein. Alle werden herzlich von den Mitarbeitern gedrückt. Dann kommt eine Kinderbibelstunde und am Ende steht das gemeinsame Essen ("Feeding"). Der Fischhallengestank verdirbt keinem die Freude. Selbst mir nicht. Mit meinem sensiblen Geruchsorgan. Mein erster Fischhalltengottesdienst.

Danke Jesus, dass diese Kinder den Geruch Deiner Liebe einatmen.




Pastor Nestor, vom Bibel Liga Büro in Cebu bestätigt mir beim Mittagessen , dass "Feeding" eine bewährte Strategie von einigen Gemeindegründern in Cebu sei. Derzeit bildet die Bibel Liga 30 neue Gemeindegründer in dieser Region aus. Ein Segen für die Menschen.


Morgen früh fliege ich nach Manila.

Dienstag, 24. März 2009

In Cebu bei Freunden

11,5 h Flug nach Hongkong. 2 h Zwischenstop. Weitere 2,5 h Flug. Endlich in Cebu. Harald Rauch hat mich mit seinem Team "Christ for Asia" sehr herzlich aufgenommen.


"Christ for Asia" bietet Heimat fuer ehemalige Strassenkinder. 30 Jungs und ebensoviele Maedchen in 2 verschiedenen Haeusern. Zusaetzliche eine Schule. Das Motto der Arbeit: "Representing the character of God to a young generation". Das ist kein leeres Versprechen. Nein, es lebt. Die Haeuser werden vorbildlich von einem philippinischen Leitungsteam gefuehrt. Harald hat sich vor 2 Jahren mit seiner Familie aus der Leitung zurueckgezogen. Er lebt inzwischen wieder in Deutschland. Es scheint, dass der Uebergang hervorragend geklappt hat. Harald steht nur noch als Berater zur Verfuegung.

Heute Nachmittag habe ich mit den Maedchen ein neues "BadeschlappenaufDosewerfen&Fang-Spiel" ausprobiert. Ich habe einige Minuten gebraucht, bis ich Ziel und Sinn verstanden habe. Deshalb unternehme ich jetzt hier nicht den Versuch, es Euch zu erklaeren.

Gerade komme ich von einem tollen Gemeinschaftsabend mit Musik, Tanz, Kurzbotschaft und guten Gespraechen. Tintin, ein 11 jaehriges Maedchen wird seit einigen Jahren von der Kinderkirche meiner Heimatgemeinde als Patenkind unterstuetzt.



Sie hat mir Ihre Geschichte erzaehlt. Sehr bewegend. Ihre Mutter hat vor Jahren ihren gewaltaetigen Freund umgebracht. Jetzt sitzt sie im Gefaengnis. Der eigentliche Vater ist Lastentraeger am Hafen und am Markt. Er verdient ca. 1 Euro am Tag und hat kein festes Zuhause. Keine Lebensbedingungen fuer Tintin und ihre aeltere Schwester. Bei "Christ for Asia" haben beide ein Zuhause gefunden. Beide haben jetzt eine Perspektive.

Heute morgen las ich im Markusevangelium:

"Jesus nahm ein Kind, stellte es in ihre Mitte, schloss es in seine Arme und sagte: »Wer solch ein Kind um meinetwillen aufnimmt, der nimmt mich auf; und wer mich aufnimmt, der nimmt nicht mich auf, sondern den, der mich gesandt hat.«

Was fuer eine gewaltige Verheissung! Wir nehmen Gott selber auf, wenn wir uns um Kinder oder andere Schutzbeduerftige kuemmern. Jesus selber will es. Will ich auch?

Samstag, 21. März 2009

Noch einmal aus Deutschland.

Die Koffer sind gepackt. Mit deutlichem Übergewicht. Aber sie werden an jeder Station eine "Weight-Watcher-Gruppe" besuchen und immer leichter werden. Versprochen.
Die nächste Nachricht kommt direkt von den Philippinen. Mein Flugzeug startet am 22.03. um 18:50 Uhr in Frankfurt. Nach einem kurzen Zwischenstop in Hong Kong werde ich dann am 23.03. um 18.40 Uhr in Cebu City auf den Philippinen landen.

Freitag, 20. März 2009

Noch 3 Tage ...

Heute bin ich reich beschenkt worden. Einige stärkende Bibelworte und Liedverse haben mich elektronisch erreicht. Von guten Freunden. Als Reisesegen. Zwei Worte will ich mit Euch teilen.
"Die Freunde deines Wortes bekommen Heil in Fülle. Sie kommen nicht zu Fall." (Psalm 119, 165)

"Jesus ist kommen, der König der Ehren; Himmel und Erde, rühmt seine Gewalt! Dieser Beherrscher kann Herzen bekehren; öffnet ihm Tore und Türen fein bald! Denkt doch,er will euch die Krone gewähren. Jesus ist kommen, der König der Ehren." (Johann Ludwig Konrad Allendorf)
Danke!

Donnerstag, 19. März 2009

Noch 4 Tage ...

Das Bloggen beginnt.

Angeregt durch meinen holländischen Kollegen Jos Snoep (www.bibleleague.blogspot.com), werde ich Euch virtuell auf meine Philippinenreise mitnehmen. Am Sonntag, den 22.03. fliege ich von Frankfurt nach Cebu. Gestern habe ich mit ersten "landeskundlichen Recherchen" angefangen. Noch im heimatlichen Michelau. In dem Buch "Handbuch Philippinen" (herausgegeben von Niklas Reese und Rainer Werning) wird das Land als "Perle des Orients - matt glänzend" bezeichnet. In einem Artikel unter dem Titel "Ein schweres Erbe" sprach John J. Carroll, ein Kolumnist davon,
dass die Philippinen "ein Staat voller Leugner" seien,weil sie die Verbrechen der Marcos-Ära nicht wahrnehmen wollen. Vergeben kann man nur denjenigen, "die sich ihrer Delikte bewusst sind umd um Vergebung bitten, nicht denjenigen, die arrogant leugnen, etwas Falsches getan zu haben", so Carroll weiter.
Welche Eindrücke werden für mich wohl vorherrschend sein?